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Improvisation im Jazz von Bill Evans
In der japanischen visuellen Kunst gibt es eine Art zu malen, bei der der Künstler dazu gezwungen wird, spontan zu sein. Er malt mit einem speziellen Pinsel und schwarzer Tusche auf einem dünnen, gespannten Stück Perganment. Dabei würde ein unnatürlicher oder unterbrochener Pinselstrich die Linie zerstören oder das Pergament zerreissen. Verbesserungen oder Veränderungen sind unmöglich. Der Künstler übt sich in einer besonderen Art von Disziplin; er erlaubt der Idee sich in Kommunikation mit seinen Händen auf eine solch freie Art und Weise auszudrücken, dass Überlegung nicht dazwischen kommen kann. Den entstehenden Bildern fehlt die komplexe Komposition und Beschaffenheit von herkömmlicher Malerei, aber man sagt, daß die, die dazu in der Lage sind, etwas festgehalten finden, daß nicht erklärt werden kann. Diese Überzeugung – daß die direkte Tat die bedeutungsvollste Reflexion darstellt – hat meiner Meinung nach die Evolution der sehr schwierigen und einzigartigen Disziplinen des Jazz- oder improvisierenden Musikers angeregt.
Auszug aus den liner notes von ‘Kind of Blue’, Miles Davis, 1959, Columbia Records
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